Alfred Escher baute das schweizerische Eisenbahnnetz, gründete jene Bank, aus der die Credit Suisse wurde, und die Hochschule, die heute ETH Zürich heisst. Für viel anderes blieb ihm nach allem, was überliefert ist, kaum Zeit. 1858 machte er offenbar eine Ausnahme und pflanzte diesen Riesenmammutbaum im Belvoirpark, dem Landsitz seiner Familie am See, zur Geburt seiner einzigen Tochter Lydia. Der Baum ist inzwischen der älteste gesicherte Riesenmammutbaum Zürichs, deutlich über 160 Jahre alt. Die Art stammt aus Kalifornien, verträgt mitteleuropäischen Frost weit besser als der verwandte Küstenmammutbaum und wird in ihrer Heimat über 3000 Jahre alt, was selbst dieses Exemplar aus Eschers Zeit nach den Massstäben seiner eigenen Art zu einem Jungbaum macht. Der Belvoirpark begann als Rebhang von Eschers Grossvater, 1826 gekauft und rund um eine neue Villa mit damals exotischen nordamerikanischen Arten bepflanzt. Seit 1901 gehört das Gelände der Stadt Zürich. Aus dem Privatgarten einer der mächtigsten Familien des Landes ist damit ein öffentlicher Park geworden, in den jeder hineinspazieren und unter einem Baum stehen kann, den ein vielbeschäftigter Mann für die Geburt seines Kindes in die Erde gesetzt hat.
Belvoirpark, Zurich
Kostenlos, frei zugänglich, Belvoirpark (öffentlicher Park, jederzeit offen)
Tram bis Bahnhof Enge oder Brunaustrasse, danach kurz zu Fuss
Quellen
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