Die Platane im Venediger-Au-Park
Der dickste Baum im Venediger-Au-Park wurde erst 2012 unter Schutz gestellt, als er schon mehr als anderthalb Jahrhunderte alt war. Wien erklärte diese Platane im August jenes Jahres zum Naturdenkmal 781, und der Grund auf der Liste ist ihre Rolle im Landschaftsbild: Ohne sie sähe der Park aus wie ein anderer Ort. Der Stamm erklärt, warum. Der städtische Baumkataster gibt ihn mit 5,46 Metern Umfang an, für eine Platane in jeder Stadt ein sehr schwerer Stamm, und verzeichnet als Pflanzjahr 1849. Dieses Jahr ist ein Katastereintrag und keine Pflanzurkunde, deshalb nennen wir eine Spanne von rund 150 bis 200 Jahren. Stimmt 1849, kam die Platane ein Jahr nach der Revolution von 1848 in den Boden, die Wien erschüttert hatte. Seitdem hat sie vieles in der Leopoldstadt um sie herum überdauert. Sie stand schon, als die Donau in den 1870er Jahren reguliert wurde, und sie stand, während die jüdische Gemeinde des Bezirks zu einer der größten Europas heranwuchs und in den 1930er und 1940er Jahren vernichtet wurde. Sie hat all das in einem heute kleinen Grätzlpark überstanden, und die meiste Zeit hat niemand sie aufgeschrieben. Die anderen großen Bäume hier sind eine Linde von 1914 und eine Esche von 1921, beide um die drei Meter Umfang. Neben ihnen wirkt diese Platane wie aus einer älteren Karte, und das ist sie auch.
Venediger-Au-Park, Leopoldstadt
Kostenlos. Öffentlicher Stadtpark (MA 42); keine Öffnungszeiten.
Nächste Haltestelle nicht geprüft.
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.

