Die Zwillingsriesen im Sternwartepark
WienWähring, 18th district
Zwei Bäume, nebeneinander gepflanzt, teilen sich einen einzigen Schutzbescheid. Im Sternwartepark, im Schatten der Universitätssternwarte, wachsen ein Ginkgo und ein Riesenmammutbaum so nah beieinander, dass Wien sie 2010 als ein Naturdenkmal registrierte, Naturdenkmal Nr. 817, und nicht als zwei. Sie geben ein seltsames Paar ab. Der Ginkgo, ein lebendes Fossil aus China, war zum Zeitpunkt der Vermessung bereits rund hundert Jahre alt, mit einem Stamm von 2,35 Metern Umfang und 24 Metern Höhe. Daneben steht ein kalifornischer Riesenmammutbaum, der mit 27 Metern höher gewachsen ist, sich beim Steigen aber deutlich neigt: Sein 3,75-Meter-Stamm krümmt sich, statt gerade nach oben zu laufen, wie es die meisten Nadelbäume tun. Keine der beiden Arten ist im Umkreis eines Kontinents um Wien heimisch, und in freier Natur wären die zwei einander nie begegnet. Hier stehen sie seit einem Jahrhundert als Nachbarn, ein paar Gassen vom Türkenschanzpark entfernt, der über die alten botanischen Verbindungen der Wiener Universität selbst mit exotischen Arten bepflanzt wurde. Die Sternwarte nebenan, bei ihrer Eröffnung 1879 das größte baulich geschlossene Teleskopgebäude der Welt, gibt dem ganzen Park den Namen. Die Astronomen sahen nach oben, während zwei sehr verschiedene Riesen die ganze Zeit ebenerdig wuchsen.
Türkenschanzstraße 46, Sternwartepark, 1180 Wien
Kostenlos, öffentliche Parkanlage (Sternwartepark)
10 Gehminuten von der U-Bahn-Station Nussdorfer Straße (U6) oder mit Straßenbahn 40/41 Richtung Sternwarte
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmale (Stadt Wien, MA 22), no. 3257958
- de.wikipedia.org
- commons.wikimedia.org