Zweihundert Meter von dieser Linde entfernt liegt die Brücke, an der der Kalte Krieg Menschen austauschte. Über die Glienicker Brücke liefen die Agentenaustausche zwischen Amerikanern und Sowjets, und die Grenze verlief mitten im Wasser darunter. Der Baum steht am östlichen Ufer, also in Berlin, auch wenn es von Potsdams Hauptbahnhof nur zwölf Tramminuten sind und weit weg von allem, was ein Berliner als seine Stadt empfindet. Es ist eine Winterlinde, vom Land Berlin als Naturdenkmal unter der Nummer 6-99/B geschützt, im offenen Parkland des Park Jagdschloss Glienicke rund um das alte Jagdschloss. Was dieser Schutz nicht mitbringt, sind Informationen. Das Register nennt eine Art, eine Flurnummer und einen Ort, und mehr nicht: kein Alter, kein Umfang, kein Wort zum Zustand des Baumes, weil es ein Rechtsinstrument ist und keine Erhebung. Dieser Eintrag bleibt also dünner als die meisten hier, und das steht auch so da. Eine einzige amtliche Quelle nennt den Baum, keine zweite haben wir gefunden. Was diese Quelle aber belegt, ist die Sache, für die es sich zu gehen lohnt: Jemand hat sich diese eine Linde unter all den Bäumen eines großen Parks angesehen und entschieden, dass sie nicht gefällt werden darf.
Park Jagdschloss Glienicke, northwestern section, about 200m southeast of Glienicker Brücke, Königstraße, Berlin-Wannsee (Steglitz-Zehlendorf), on the Potsdam border
Kostenlos, ganzjährig öffentlich zugänglich. Steht im offenen Parkland um das Jagdschloss, nicht im ummauerten Institutsgarten hinter dem Gebäude
Tram 93 ab Potsdam Hauptbahnhof bis Glienicker Brücke, etwa 12 Minuten, dann ein kurzer Weg in den Park
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Land Berlin), no. 6-99/B
- berlin.de
- Land Berlin, Naturdenkmale: Baeume und Findlinge (declared natural monuments), no. 6-99/B