Gasteig kommt von gacher Steig, steiler Weg, und das erklärt diese Ecke Münchens vollständig. Der Boden fällt hier zur Isar ab, alles am Hang musste also terrassiert, abgestützt oder in die Böschung gebaut werden, und die Rosskastanie steht oben an der Kante. Münchens Naturdenkmalverordnung von 2021 schützt sie als auffälligen, weit ausladenden und besonders straßenbildwirksamen Baum. Weit ausladend ist die Wendung, bei der man stehen bleiben sollte. Eine Straßenkastanie wird normalerweise zu einem Lolli zurückgeschnitten, damit sie Trambahn, Leitungen und obere Fenster frei lässt, und verbringt ihr Leben als halbe Krone. Diese durfte ihre unteren Äste seitwärts hinauswerfen, und genau das tut die Art, wenn niemand eingreift. Ihr Nachbar ist der Gasteig selbst, das Konzerthaus, das 1985 als Sitz der Münchner Philharmoniker eröffnete und 2021 für einen Umbau geräumt wurde, worauf das Orchester in eine umgebaute Industriehalle auf der anderen Flussseite zog. Der Baum blieb, wo er war. Auch er ist nicht von hier. Aesculus hippocastanum ist in einer Handvoll Bergschluchten in Griechenland und Albanien heimisch, wo er als bedroht gilt, und wird überall sonst millionenfach gepflanzt. Ein Alter ist hier nicht verzeichnet: Münchens Verordnung sagt, warum ein Baum geschützt ist, und nie, wie alt er ist.
Am Gasteig, 81667 München
Kostenlos, öffentlicher Grund, keine Einschränkungen
1 Gehminute von der Tramhaltestelle Am Gasteig
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Bayern LfU), no. ND-01960
- Munich Naturdenkmalverordnung 2021, Au-Haidhausen 1
- lfu.bayern.de