Die Schule an dieser Grünfläche unterrichtet seit 1559 und ist damit die älteste Münchens. Die Buche darunter trägt kein festgehaltenes Datum irgendeiner Art, und die Stadt schützt sie trotzdem. Münchens Naturdenkmalverordnung von 2021 trägt sie als mächtigen, dominanten und straßenbildwirksamen Baum ein, und das ist die ganze Begründung. Fagus sylvatica benimmt sich in Städten schlecht, weshalb ein ausgewachsenes Exemplar im Lehel den Umweg wert ist. Sie will tiefen, feuchten, gut abziehenden Boden, sie nimmt verdichtete Erde übel, und ihre Rinde ist dünn und glatt genug, um in voller Sonne Brand zu bekommen, wo eine rauborkige Eiche mit den Schultern zucken würde. Bekommt sie Platz, wird sie zum dominantesten Laubbaum Mitteleuropas: Der Schatten unter einer alten Buche ist fast vollständig, kaum etwas keimt darin, und der Boden bleibt Jahr für Jahr blankes Laub. So hat die Art den größten Teil der Wälder des Kontinents genommen. Das Wilhelmsgymnasium bezog sein Gebäude an der Ecke 1877, eine Jesuitengründung, die damals bereits drei Jahrhunderte alt und in ihrem zweiten Leben als staatliche Schule war. Der Grünstreifen an seiner Südseite ist die Art übrig gebliebener städtischer Grund, auf dem sonst Mülltonnen und ein Fahrradständer stehen. Ein Alter ist nicht verzeichnet. Die Verordnung listet Schutzgründe und führt keine Spalte für Daten oder Maße, und sonst hat niemand diesen Baum vermessen.
Grünanlage südlich des Wilhelmsgymnasiums, 80538 München
Kostenlos, öffentlicher Grund, keine Einschränkungen
1 Gehminute von der Bushaltestelle Maxmonument
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Bayern LfU), no. ND-01946
- Munich Naturdenkmalverordnung 2021, Altstadt-Lehel 6
- lfu.bayern.de