Die Moorbirke ist der letzte Laubbaum vor der Tundra. Betula pubescens wächst weiter im Norden als jeder andere, in Skandinavien jenseits des Polarkreises und quer über Island, und sie schafft das, indem sie schnell, bescheiden und kurzlebig bleibt; hundert Jahre sind für eine ein langer Lauf. Was Münchens Begründung für den Schutz dieser einen zweimal lesenswert macht: ein mächtiger Solitär, in dieser Größe selten in der Stadt. Sie steht im Flaucher, dem Gürtel aus Kiesbänken, Kiefern und Pappeln an der Isar im Süden Münchens, wo die Stadt von Mai bis September zum Schwimmen und Grillen hinkommt. Das ist der richtige Boden für sie. Das hier ist die Birke mit den nassen Füßen, die Moore, Sümpfe und Flusskies nimmt, wohin die Hängebirke nicht folgen kann, und die feinen Haare an ihren jungen Zweigen, das pubescens des Namens, sind das Merkmal, an dem man die beiden unterscheidet. Birkenrinde ist weiß aus demselben Grund, aus dem ein Dach weiß gestrichen wird. Betulin, der Stoff, der die papierne Außenschicht ausmacht, wirft Sonnenlicht zurück und verhindert, dass sich der Stamm an kalten hellen Tagen erwärmt und dann aufreißt. Es brennt außerdem klatschnass, weshalb Birkenrinde in Nordeuropa Feuer entzündet, solange es dort Feuer zu entzünden gibt. Die Verordnung gibt den Schutzgrund und weder Maße noch ein Datum, und sonst hat niemand den Baum vermessen.
Flaucher, 81379 München
Kostenlos, öffentlicher Grund, keine Einschränkungen
7 Gehminuten von der Bushaltestelle Tierpark (Alemannenstraße)
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Bayern LfU), no. ND-01973
- Munich Naturdenkmalverordnung 2021, Sendling 3
- lfu.bayern.de
