Der Ginkgo in der Karl-Heine-Straße
Ein weiblicher Ginkgo steht an der Ecke Karl-Heine-Straße in Plagwitz, einer von 148 Bäumen, die Leipzig als Naturdenkmal schützt, die stärkste Ausweisung, die das sächsische Recht für einen einzelnen Baum kennt. Die Akte der Stadt gibt ihm eine Nummer, ND 30, einen geschützten Wurzelradius von 18 Metern und den Beschluss, der ihn 1996 amtlich machte. Ein Alter nennt sie nicht und ein Pflanzdatum auch nicht, was für das deutsche Naturdenkmalsystem typisch ist: Der Schutz verlangt keine belegte Geschichte, nur einen Baum, den zu erhalten sich lohnt. Ginkgo biloba hat als einzige Art einer Linie überlebt, die man sonst nur aus Fossilien kennt, und weibliche Bäume wie dieser haben einen Ruf, den die männlichen weiter unten an der Straße nicht haben: Im Herbst riechen die abgefallenen Samenschalen deutlich nach ranziger Butter, weshalb heute fast alle Straßenpflanzungen männliche Klone sind. Diesen hier hat man stehen lassen, wie er gewachsen ist. Er teilt sich sein Stück Karl-Heine-Straße mit vier weiteren geschützten Bäumen innerhalb von rund 150 Metern, einer Flatterulme, einer Sumpfzypresse, einer Blutbuche und einem Schnurbaum, die alle auf dieser Seite stehen.
- Geschätztes Alter
- Standort
- Karl-Heine-Strasse 1, 04229 Leipzig (Plagwitz)
- Zugang
- Kostenlos, steht am Rand des Gehwegs
- Anfahrt
- Straßenbahn Karl-Heine-Straße (Linien 3/N3) oder S-Bahn Leipzig MDR, dann ein kurzer Fußweg
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Quellen
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