Die Kaditzer Linde
Die Hälfte dieses Baums ist 1818 verbrannt, und was die andere Hälfte hält, sind seine eigenen Wurzeln. Ein Brand nahm in jenem Jahr achtzehn Höfe, dreißig Scheunen und das Pfarrhaus von Kaditz mit, und die Linde neben der Kirche ging mit ihnen. Die dem Pfarrhaus zugewandte Seite starb ganz ab. Übrig blieb eine halbe Schale von einem Stamm, und das Schild der Stadt erklärt den Kunstgriff, der die Sache am Leben hielt: Die Stämme im Inneren der Höhlung sind frühere Wurzeln, die zu Stützen geworden sind. Dresden nennt sie den ältesten Baum der Stadt und will keine Zahl nennen. Das Schild sagt viele Jahrhunderte alt und setzt dann tausend Jahre mit einem Fragezeichen dahinter. Zählen lässt sich nichts, weil der Stamm zu oft beschädigt wurde, als dass Ringe erhalten wären. Ein Pfarrbericht von 1909 gab den Umfang mit zwölfeinhalb Metern an. Eine Messung in Brusthöhe im Jahr 2007 ergab 9,6. Beide Zahlen stehen im Nachweis, und niemand hat sie in Übereinstimmung gebracht. Seit 1829 werden ihre schwersten Äste gestützt, zuerst auf Holz, heute an Stahlankern und Seilen. Der kleinere ihrer beiden Stämme trieb 2021 nicht mehr aus und starb. Der größere nicht. Um den Fuß läuft eine Bank im Ring.
- Umfang
- 9.6 m
- Standort
- Emmauskirchhof, Altkaditz 27, 01139 Dresden (Kaditz)
- Zugang
- Kostenlos. Im Kirchhof der Emmauskirche, bei Tageslicht geöffnet. Eine Holzbank läuft um den Stamm.
- Anfahrt
- Straßenbahn 9 bis zur Endhaltestelle Kaditz, Riegelplatz, dann etwa zehn Minuten zu Fuß nach Altkaditz. Etwa 6 km nordwestlich der Altstadt.
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Quellen
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