Sechs Meter Umfang in Brusthöhe, und dann hört der Stamm auf, ein Stamm zu sein. Etwa zwei Meter über dem Boden teilt er sich in sieben mächtige Stämme, und einige davon teilen sich einen Meter höher noch einmal. Ein Teil des Baums ist hohl, und trotzdem breitet sich die Krone 23 Meter weit aus. Wien führt die Linde als Naturdenkmal 828, unter Schutz gestellt im Februar 2012 zusammen mit drei Nachbarn im selben Park, und sie ist mit großem Abstand die dickste der vier: Die Baumhasel des Parks misst 3,5 Meter, der Speierling 2,3. Der städtische Baumkataster verzeichnet die Linde mit 605 Zentimetern und nennt kein Pflanzjahr. Wie alt sie ist, hat also niemand aufgeschrieben, und wir werden es nicht raten. Der Grund selbst hat eine Geschichte. 1834 baute der Textilfabrikant Rudolf von Arthaber hier ein Landhaus und legte einen privaten Garten an. Später ging das Anwesen an den Bankier Leopold von Wertheimstein und seine Frau Josephine, zu deren Kreis der Schriftsteller Ferdinand von Saar gehörte, dessen Büste heute im Park steht. Ob diese Linde schon in ihrem Garten stand, sagt keine Quelle. Vom Weg aus lässt sich Einfacheres sagen. Eine Sommerlinde ist zu einem Kandelaber aus sieben Stämmen herangewachsen, wird langsam von innen hohl und ist sehr lebendig. Der Park fällt steil zum Donaukanal ab, also kommt man am besten von der Döblinger Hauptstraße her und geht zu ihr hinunter.
Wertheimsteinpark, Döbling
Kostenlos. Öffentlicher Stadtpark, jederzeit zugänglich.
Heiligenstadt (U4, S-Bahn), etwa 12 Minuten zu Fuß.
Quellen
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