An neun Tagen im Herbst 1863 trat ein Prediger aus dem Inneren dieses Baumes, um zu sprechen. Während der Jesuitenmission vom 25. Oktober bis 2. November wurden 19 der 26 Predigten von einer Kanzel an der Linde gehalten, und der Prediger stieg über neun Stufen aus dem hohlen Stamm. Der hohle Westast heißt bis heute Predigtstuhl. Angefangen hat sie als Tanzlinde, so gezogen, dass sich eine runde Plattform in die Krone bauen ließ und das Dorf oben zwischen den Ästen im Kreis tanzen konnte. Der Platz um sie herum war einst eine Brandrodung im Wald. Ein Neupriester feierte 1900 seine Primiz unter ihr, der Baum steht in der Mitte des Faistenauer Gemeindewappens, und alle drei Jahre spielt das Dorf unter ihr seinen eigenen Jedermann, zuletzt an Sommerwochenenden 2025. Alle nennen sie die Tausendjährige Linde. Das ist ein Name, keine Messung. Das Register des Landes, das den Baum seit 1933 schützt, sagt klar, dass sich ihr wahres Alter nicht bestimmen lässt, weil der Stamm hohl ist und die meisten Jahresringe fehlen. Um den hohlen Stamm maß sie 2008 9,10 Meter, bei 20,5 Metern Höhe. Faistenau liegt etwa 14 km östlich von Salzburg, rund vierzig Minuten mit dem Regionalbus. Ob man den hohlen Stamm heute noch betreten kann, konnten wir nicht bestätigen.
Am Lindenplatz 1, village square beside the church and churchyard wall, Faistenau
Frei. Steht mitten auf dem öffentlichen Dorfplatz; der hohle Stamm gilt als begehbar, ob man ihn heute betreten darf, ist nicht geklärt.
Faistenau liegt etwa 14 km östlich von Salzburg; Regionalbus ab Salzburg Hauptbahnhof, rund 40 Minuten (Fahrplan nicht geprüft). Ein Halbtagesausflug, kein Abstecher.
Quellen
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