Unter diesen drei Eichen liegen die Beine eines Generals. Am 27. August 1813, in der Schlacht bei Dresden, kämpfte der französische General Jean-Victor Moreau auf Seiten der Alliierten, neben Zar Alexander, als eine Kanonenkugel ihm beide Beine zerschmetterte. Er starb sechs Tage später. 1814 wurde an der Stelle ein Denkmal errichtet, in Auftrag gegeben vom russischen Generalgouverneur Repnin-Wolkonski, und am 4. November jenes Jahres wurden die amputierten Beine in einer Urne darunter beigesetzt. Im selben November pflanzte man drei Stieleichen um den Stein, eine für jeden Verbündeten: Russland, Preußen und Österreich. Ihr Start war schlecht. 1836 berichtete der Schriftsteller Ferdinand Stolle, die Eichen sähen kränklich aus und hätten schon 1830 keinen Schatten gespendet, auf einem Boden, der als schlecht für sie galt. Sie stehen trotzdem bis heute, mit Narben: abgebrochene Äste, beschnittene Kronen und ein Hohlraum in einem Stamm, der chirurgisch verschlossen wurde. Ihre Kronen sind zu einer zusammengewachsen, und ihre Stämme drücken inzwischen gegen die Steineinfassung des Denkmals. Gleichmäßig gewachsen sind sie auch nicht. Ein Stamm misst 4,75 Meter Umfang, die beiden anderen 3,00 und 2,55. Die Wiese, Franzosenhöhe genannt, steht zusammen mit dem Denkmal als Kulturdenkmal unter Schutz, weshalb die Eichen keinen eigenen Naturdenkmalstatus haben. Die Inschrift lautet noch heute: Moreau, der Held, fiel hier an der Seite Alexanders.
Moreau-Denkmal, Moreauweg / Raecknitzhoehe, on the meadow 'Franzosenhoehe'
Kostenlos, offene Wiese mit dem Denkmal; die ganze Wiese (Franzosenhöhe) und das Denkmal sind ein Kulturdenkmal. Hanglage, kein Eintritt, laut den Quellen kein Tor.
Auf der Räcknitzhöhe südlich der Altstadt, gegenüber dem Räcknitzpark. Die nächste Bus- oder Straßenbahnhaltestelle haben wir nicht geprüft.
Quellen
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