Der dickste Stamm Berlins gehört nicht dem ältesten Baum der Stadt. Er gehört seinem Nachbarn. Ein paar hundert Meter von der Dicken Marie entfernt, im Schlosspark Tegel, ist diese Stieleiche auf 7,80 Meter Umfang angewachsen, breiter als die Dicke Marie, obwohl sie um Jahrhunderte jünger ist: 400 bis 500 Jahre statt 800 oder mehr. Ihren Namen trägt sie nach der Familie, der Schloss Tegel seit 1766 gehört und bis heute gehört, einer der wenigen deutschen Adelssitze, die nie ihre ursprüngliche Linie verlassen haben. Alexander von Humboldt, der Naturforscher, dessen Name später auf einer Universität, einer Meeresströmung und einem Kalmar landete, ging als Kind auf dem Weg zum See an dieser Eiche vorbei. 1939 stellte Berlin sie als Naturdenkmal unter Schutz. Geschützt ist damit heute auch eine Krone von 18 Metern Durchmesser, breit genug, um einen Tennisplatz zu beschatten. Das Schloss selbst öffnet für Besucher nur montags zwischen Mai und September. Der Park darum herum, dieser Baum eingeschlossen, ist ganzjährig bis Sonnenuntergang offen, gegen einen erbetenen Euro Spende am Tor. Wer darunter steht, sieht mehr Holz, am Umfang gemessen, als irgendwo sonst in der deutschen Hauptstadt, ein Rekord, der mit Alter überhaupt nichts zu tun hat.
Schlosspark Tegel, Adelheidallee, 13507 Berlin
Kostenlos (am Tor wird 1 Euro Spende erbeten); Park täglich bis Sonnenuntergang offen, das Schlossinnere nur montags von Mai bis September
12 Gehminuten vom U-Bahnhof Alt-Tegel (U6)
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Land Berlin, Senatsverwaltung), no. 12-25/B
- de.wikipedia.org
- baumkunde.de
- monumentale-eichen.de
