Wenn eine Stadt einen Baum wegen seiner Gestalt schützt, sagt sie etwas Einfaches: Dieser hier prägt das Viertel. Wien trug die Buche im Alois-Drasche-Park im Juni 2018 als Naturdenkmal 842 ein, und die Begründung lautet genau so: eine mächtige, frei stehende Krone, die den Charakter ihrer Umgebung bestimmt. Zu dieser Form wächst eine Buche nur heran, wenn sie lange Zeit nichts bedrängt hat. Der städtische Baumkataster gibt als Pflanzjahr 1895 an, was sie rund 130 Jahre alt macht, und verzeichnet einen Stammumfang von 337 Zentimetern und die Höhenklasse 21 bis 25 Meter. Ein Pflanzjahr im Kataster ist ein Eintrag und keine Geburtsurkunde, also liest man das Alter besser als grobe Spanne, aber es passt zum Umfang: Eine Buche mit so einem Stamm ist nach jedem Maßstab ein großer Baum. Der Park ist ein kleiner grüner Block auf der Wieden, ein kurzer Fußweg vom Hauptbahnhof, und die Buche ist das, was man darin schon von Weitem bemerkt. Neben ihr stehen eine Serbische Fichte und eine Eibe, beide laut Kataster um 2000 gepflanzt. Sie geben einen brauchbaren Maßstab ab: Die Buche wächst schon mehr als viermal so lange wie jede der beiden. Sie gehört zu den zuletzt unter Schutz gestellten Naturdenkmälern im Register und zu den am leichtesten erreichbaren.
Alois-Drasche-Park, Wieden
Kostenlos. Öffentlicher Stadtpark.
Wien Hauptbahnhof (U1, S-Bahn, Fernzüge), etwa 8 Minuten zu Fuß.
Quellen
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