Eine amerikanische Roteiche, dick genug, um zu den größten Münchens zu zählen, versteckt sich hinter einem Tennisclub, hundert Meter nördlich der Gaststätte Fasanerie im Hartmannshofer Park, und kein Schild weist irgendwo auf sie hin. Die Stadt erklärte sie 2021 zum Naturdenkmal, mit der schlichten Begründung, dass sie eine sehr große, im ganzen Stadtgebiet seltene Roteiche sei, nachdem ein Anwohner ihren Schutz bereits 2006 beantragt hatte. Die Akte hat fünfzehn Jahre gebraucht, um den Baum einzuholen. Quercus rubra ist im Osten Nordamerikas heimisch und wurde ab dem 18. Jahrhundert in deutschen Parks und Wäldern gepflanzt, geschätzt für schnellen Wuchs und leuchtende Herbstfarbe und nicht für heimische Herkunft. Diese hier hat aus ihren Jahrzehnten mehr gemacht als fast jede andere Roteiche der Stadt: 4,2 Meter Umfang am Fuß und etwa 30 Meter Höhe, in einem Waldstück, das schon lange vor dem Park selbst dem Freistaat Bayern gehörte und nicht der Stadt. Ein örtlicher Baumliebhaber, der sich für ihren Schutz eingesetzt hat, schätzt sie auf rund 250 Jahre, bestätigt hat das niemand, weder mit einem Bohrkern noch mit einem Pflanznachweis. Der Park selbst, der Hartmannshofer Wald, wurde erst in den 1960er Jahren öffentlich. Davor war er einfach Wald, und genau so ist dieser eine Baum vielleicht alt genug geworden, um zu zählen.
Hartmannshofer Park, about 100m north of the Fasanerie restaurant, behind the TSV Moosach-Hartmannshofen tennis courts, 80995 Munich
Kostenlos, öffentlicher Waldpark im Eigentum des Freistaats Bayern, kein Tor
Stadtteil Hartmannshofen/Moosach; mit Tram oder Bus erreichbar, dann ein Weg in den Park hinein
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Bayern LfU), no. ND-07039
- Munich Naturdenkmalverordnung 2021 (Moosach 4; owner Freistaat Bayern, Moosach 1983/73)
- wochenanzeiger.de

