Diese Linde ist bereits auf einem Plan des Parks von 1807 eingezeichnet, was sie zu einem der ganz wenigen Bäume Münchens mit einer Papierspur macht. Münchens Schutzverordnung sagt es mit eigenen Worten: historische Linde, bereits in Plänen aus dem Jahr 1807 vorhanden. Lesen Sie das als Untergrenze und nicht als Alter. Ein Baum, den man einzeichnet, war kein Setzling, er stand also schon, als Bayern gerade ein Jahr Königreich war und der Englische Garten selbst noch keine zwanzig Jahre existierte. Der Park war ab 1789 auf Anordnung von Kurfürst Karl Theodor angelegt worden, auf Drängen von Benjamin Thompson, und war in Europa darin ungewöhnlich, dass er allen offenstand und nicht einem Hof. Was der Baum seither gesehen hat, ist die ganze neuere Geschichte der Stadt, von der ersten Generation von Münchnern, die in einem königlichen Park spazieren durfte, bis zu wem auch immer heute Nachmittag über die Wiese geht. Über diese Zeichnung von 1807 hinaus sind weder Alter noch Umfang verzeichnet, alles Genauere wäre also erfunden. Die Sommerlinde blüht im Juni, vor den anderen europäischen Linden, und eine alte wie diese trägt eine breite, schwere, leicht schiefe Krone, die sich vom anderen Ende der Wiese als eine einzige Kuppel liest.
Frei zugänglich im öffentlichen Englischen Garten, westlich des Friedrich-Ludwig-von-Sckell-Wegs, etwa 250 m südlich des Amphitheaters.
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Bayern LfU), no. ND-07044
- stadt.muenchen.de
- lfu.bayern.de, schutzgebiete
- lfu.bayern.de, schutzgebiete
