Adolf von Menzel hat diese Linde in sein Skizzenbuch gezeichnet, und sie steht noch an der Ecke, an der er sie fand. Die Studie trägt den Titel "Alt-Schoenefeld Villa Lazarus": Menzel kam als Gast des Philosophen Moritz Lazarus hierher, dessen Sommerhaus auf dem Grundstück stand, das heute der Kleingartenverein Schöne Heimat einnimmt. Theodor Fontane, Paul Heyse und Clara Wieck gehören zu den weiteren Gästen, die für dieses Haus verzeichnet sind. Menzel notierte etwas, das man im Juli noch heute nachprüfen kann: Bienenschwärme in der blühenden Krone. Der Baum trägt inzwischen seinen Namen. Es ist eine Winterlinde von etwa 15 Metern Höhe, mit einer Krone von 14 Metern Durchmesser und einem Stammumfang von 3,50 Metern. Ihr Alter wird auf 200 bis 300 Jahre geschätzt, und es wird eine Schätzung bleiben, denn im Stamm ist kein Kernholz mehr und damit keine Jahresringe zum Zählen. Sie wurde geflickt, nicht verhätschelt. Nach einem Blitzeinschlag legte man einen Eisenring um sie, eine Reparatur, die die örtliche Überlieferung der Zeit von Lazarus zuschreibt, und die Rinde ist längst über das Metall gewachsen. Heute halten Gurte und Eisenringe die Hauptäste der Krone. Leipzig stellte sie 1996 als Naturdenkmal Nummer 55 unter Schutz, mit einer Schutzzone von 16 Metern Durchmesser. Am Fuß steht ein Schild, und das ist der einfachste Weg, sicher zu sein, dass man vor dem richtigen Baum steht.
Leostrasse / corner Lazarusstrasse, 04347 Leipzig
Kostenlos; steht an der Ecke Leostraße und Lazarusstraße, am Baum steht ein Hinweisschild. Vom Gehweg aus zu sehen.
Schönefeld, rund 3,5 km nordöstlich der Innenstadt; Haltestellen nicht geprüft
Quellen
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