1945 überputzte ein Wäschereibesitzer namens Menzel die goldene Inschrift auf dem Stein vor dieser Eiche, um den Namen eines Königs vor der heranrückenden Sowjetarmee zu verbergen. Der König war Albert von Sachsen. Die Eiche war im Frühjahr 1898 als junger Baum auf den Dorfplatz von Kauscha gekommen, zu seinem 70. Geburtstag und seinem 25. Thronjahr. Für dieses Doppeljubiläum wurden rund um Dresden mehrere Alberteichen gepflanzt, am Waldschlösschen, in Loschwitz, Stetzsch, Strehlen und Weißig. Diese ist die größte bekannte von ihnen. Sie ist auch die, die ihrem Alter davongewachsen ist. Ihr Stamm maß 2008 5,10 Meter Umfang, unter einer Krone von etwa 35 Metern Durchmesser und 25 Metern Höhe. 2004 nannte die Sächsische Zeitung sie Dresdens mächtigsten Baum. Dennoch hat sie keine Altersborke, wie das Amtsblatt der Stadt im selben Jahr festhielt, anders als die Eichen des 17. Jahrhunderts an der Hüblerstraße und im Sauerbusch: ein großer Baum, kein alter. In den 1950er Jahren kratzten Kinder den Putz vom Stein. 1999 war von der Inschrift kaum noch etwas zu lesen, und der Stein ist inzwischen rekonstruiert. Die Eiche hatte ihre eigenen Sorgen: Nach der Umstellung auf Erdgas in den 1990er Jahren verdrängte eine undichte Leitung durch ihren Wurzelbereich den Sauerstoff aus dem Boden und lichtete die Krone. 1998 wurde die Leitung ersetzt, und nachdem Kauscha 1999 zu Dresden kam, baute die Stadt den Standort um, und der Baum erholte sich deutlich. Die Straße im Dorfkern heißt heute Zur Eiche.
Village square on the street 'Zur Eiche', Kauscha
Kostenlos; auf dem offenen Dorfplatz von Kauscha, öffentlicher Grund. Gedenkstein aus Granit und Schutzschild am Baum.
Kauscha im Süden Dresdens, rund 8 km von der Altstadt. Die Busverbindung haben wir nicht geprüft; nutzen Sie die VVO-Fahrplanauskunft.
Quellen
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