2021 strich das Bezirksregister zwei geschützte Bäume Mahlsdorfs von der Naturdenkmalliste, eine Rosskastanie der Balkanform und eine Schwarzpappel. Eine krumme, zehn Meter hohe Linde vor dem ältesten Gebäude des Ortsteils war nicht darunter. Die Mahlsdorfer Dorflinde, eine Winterlinde vor der alten Dorfkirche an der Hönower Straße, steht seit 1993 unter Schutz, und zwar wegen ihrer Seltenheit, nicht wegen ihrer Größe. Diesen Status hat sie nun zwei Nachbarn abgetrotzt. Ihr Alter wird mit mindestens 300 Jahren angegeben, örtliche Historiker führen die Pflanzung ins 17. Jahrhundert zurück. Höhe war nie der Punkt: Jahrhunderte von Sturmschäden haben die Krone gebogen und ausgehöhlt statt hochgezogen, übrig blieb eine gedrungene, bemooste Gestalt, kaum höher als der Dachfirst der Kirche, während der Stamm auf 4,45 Meter Umfang anschwoll, dicker als bei vielen Bäumen dreifacher Höhe. 1995 hielt der Bezirk die Äste für nicht mehr sicher genug, um sie unverankert zu lassen, und gab 8.000 Mark aus, um sie mit Stahlseilen zu sichern und den Stammfuß einzuzäunen. Diese Arbeit hält den Baum bis heute zusammen. Er steht an der alten Dorfstraße, neben einer Kirche, die selbst den Dreißigjährigen Krieg und die Bombardierung von 1945 überstanden hat, zwei Zeugen desselben Straßenstücks, die Kaiserreich, Königreich und zwei Republiken überdauert haben.
Hönower Straße 13, 12623 Berlin
Kostenlos, steht auf öffentlichem Grund vor der Kirche an der Hönower Straße, jederzeit einsehbar (ein niedriger Zaun schützt Stammfuß und Wurzelbereich)
10 bis 12 Gehminuten vom S-Bahnhof Berlin-Mahlsdorf (S5)
Quellen
Woher die Angaben auf dieser Seite stammen.
- Im amtlichen Register: Naturdenkmal (Land Berlin, Senatsverwaltung), no. 10-12/B
- de.wikipedia.org, Mahlsdorfer Linde
- de.wikipedia.org, Liste der Naturdenkmale im Bezirk Marza…
- alles-mahlsdorf.de
- web.archive.org

